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Die Royal Enfield Meteor 350

20 PS für Alltag und Easy Cruising

Galt die Marke in der Vergangenheit eher als Retro-Kult, so hat Royal Enfield sich in den vergangenen zwei Jahren auch in Deutschland immer stärker entwickelt.

Dazu trugen zum einen der in Österreich sitzende Importeur, zum anderen neue Modelle bei. Nach der Himalayan 2018 und der Twin-Baureihe im vergangenen Jahr kommt nun im zweiten Quartal des nächsten Jahres die Meteor 350.

„Easy Cruiser“ lautet das Schlagwort, das das Marketing für die kleine Maschine ersonnen hat. Die im leichten Softchopper gestylte 350er soll vor allem eines – unkompliziert sein. Zielgruppe sind ganz junge Motorradfahrer, Pendler, Studenten, Rollerfahrer und – man mag es nur ungern wiederholen – Frauen. Letztere machen übrigens mittlerweile auch eine nicht unerhebliche Gruppe der Himalyan-Käufer aus. Während die aber wenigstens noch mit 24 PS (18 kW) aufwartet und ihren Adventue-Charme ausspielen kann, müssen sich Meteor-Reiter mit 20 PS (15 kW) zufrieden geben. Weniger geht hierzulande kaum noch und ist einfach schade. Enfield selbst kann daran (natürlich) nichts Schlechtes erkennen und verweist auf für diese Klasse ausreichendes Drehmoment. Ohnehin denkt das Unternehmen aus Indien mit zweitem Technik-Center in Großbritannien mittlerweile global. Die Firma nimmt mittlerweile sogar für sich in Anspruch, Weltmarktführer im Segment zwischen 250 und 750 Kubikzentimeter Hubraum zu sein. Da dürften ein paar Verkäufe mehr oder weniger in der unteren Mittelklasse in einigen europäischen Länder nicht groß ins Gewicht fallen. Im Heimatland sind binnen eines Monats 24.000 Bestellungen für die Meteor eingegangen, von der pro Monat 10.000 Stück gebaut werden sollen.

Mit dem Modellnamen greifen die Inder eine alte Bezeichnung wieder auf, die Meteor der 1950er-Jahre hatte allerdings doppelt so viele Zylinder und den doppelten Hubraum. Die Neue ist gewissermaßen als Brot-und-Butter-Bike ausgelegt, die im Alltag leicht zu händeln und einfach zu bedienen ist und den Fahrer zuverlässig und unkompliziert von A nach B bringen soll. Für den Gebrauchswert darf auch das serienmäßig montierte kleine zweite Runddisplay stehen, mit die Meteor via Smartphone-App im Turn-by-turn-Modus navigiert. Doch nicht nur hier sticht die Meteor in der unteren Mittelklasse ein wenig hervor.

Bei allem Nutzwert soll auch der Lifestyleaspekt nicht zu kurz kommen. Die Meteor gibt es in drei Grundausführungen: Fireball, Stellar mit verchromtem Auspuff und Sissybar und die zweifarbige Supernova mit zusätzlicher Tourenscheibe. Dazu gibt es vom Start weg rund 30 Original-Zubehörteile, darunter allein acht verschiedene Sturzbügel und sieben Sitzpolster, so dass sich jeder seine Einstiegs-Enfield ganz nach persönlichem Geschmack gestalten kann. Selbst einen Unterfahrschutz hat Enfield für den kleinen Cruiser im Programm

Der neu entwickelte Ein-Zylinder-Motor ist vor allem auf Drehmoment ausgelegt und mobilisiert immerhin 27 Newtonmeter bei 4000 Umdrehungen in der Minute. Viel mehr und das auch noch bei weit höheren Drehzahlen generiert beispielsweise die G 310 von BMW auch nicht. Ihre Spitzenleistung erreicht die luft-/ölgekühlte Meteor bei 6100 Touren. Royal Enfield belässt es bei seinem kleinsten Modell bei einem Fünf-Gang-Getriebe. Die Höchstgeschwindigkeit dürfte bei rund 120 km/h liegen.

Die Sitzhöhe wird mit 76,5 Zentimetern angegeben, die Fahrerhaltung ist aufrecht und der Kniewinkel beträgt um die 90 Grad. Vorne rollt die 350er auf üppigen 19 Zoll, hinten kommt ein 17-Zoll-Rad zum Einsatz. Der Tank fasst 15 Liter, das Gewicht von fahrfertig 191 Kilogramm spricht für klassischen Metallbau mit wenig Plastikfirlefanz.

Lediglich 3999 Euro will Royal Enfield in Deutschland für die Meteor 350 Fireball aufrufen, inklusive drei Jahren Garantie. Da hören sich 20 PS dann plötzlich doch nicht mehr ganz so schlecht an.

Foto: Auto-Medienportal.Net/Royal Enfield

 


Veröffentlicht am: 12.12.2020

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