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Nomen es omen: Toyota Hilux Invincible

Das Arbeitstier hat Komfort gelernt



Der Name ist Programm. Invincible, also unbesiegbar, hat Toyota die jüngste Variante seines Pickups Hilux getauft und meint es damit durchaus ernst.

Denn dass der Arbeiter in der Modellpalette Nehmerqualitäten hat, musste bereits der begeisterte Autozerstörer Jeremy Clarkson in seinem inzwischen legendären Beitrag für die BBC-Sendung Top Gear erkennen. Obwohl das Team alles Erdenkliche unternahm, um einen Hilux-Pick-up zu zerstören, überlebte der Pritschenwagen alle Attacken, zu besichtigen bei Youtube.

Seit mehr als 50 Jahren gehört der Hilux zum Modellprogramm der Japaner und hat sich in dieser Zeit hinter dem Corolla an die zweite Stelle der meistverkauften Modelle geschoben. Weltweit ist der Toyota sogar der beliebteste Vertreter seiner Art. Im Laufe der Jahre hat das als Arbeitstier ohne ausgeprägte Komfortwerte entwickelte Fahrzeug einen gründlichen Wechsel in seinem Charakter vollzogen. Statt hart, aber ehrlich kommt der Hilux heute wie seine Mitbewerber mit ausgeprägten Komforteigenschaften zu den Kunden.



Das erklärt auch den Erfolg des Segments in Europa. Vor fünf Jahren kamen rund 154.000 Pickups neu auf die Straßen, und bis zum Jahr 2023 wird die Zahl auf 208.000 Modelle um rund 35 Prozent steigen. Viele Zeitgenossen haben inzwischen die Lifestyle-Eigenschaften dieser Gefährte erkannt und rollen nun mit Ladefläche über die Straßen.

Dabei helfen Modelle wie der Hilux Invincible, die, hochwertig ausgestattet und ohne Verzicht auf Komfort, aus der Masse der weichgespülten SUVs hervorstechen. Hinzu kommen Fahrwerke, die ihren rustikalen Charakter abgelegt haben und längst nicht allein für den Transport von sperrigen Gütern ausgelegt sind. Anstelle von Kanthölzern transportiert der Hilux Invincible eher Surfbretter oder Mountainbikes.

Der „Unbesiegbare“ ist die Topversion des neuen Hilux, der jetzt bei den Händlern steht. Mit einer Länge von 5,3 Metern und einer Breite von 1,8 Metern gehört er zu den unübersehbaren Erscheinungen und ist trotz der Abmessungen erstaunlich wendig. Je nach Konfiguration misst die Ladefläche zwischen 1,5 und 2,3 Metern, und die Allradvarianten können zudem eine Tonne laden und 3,5 Tonnen ziehen. Die Veränderungen beim Design beschränken sich auf eine überarbeitete, noch wuchtigere Frontpartie, neue Scheinwerfer und 18-Zollräder.

Neue Stoßdämpferabstimmung und optimierte Servolenkung

Die Variante Invincible wird vom 2,8-Liter-Vierzylinder-Diesel angetrieben, der bereits den Geländewagen Land Cruiser antreibt. 204 PS (150 kW) und ein Drehmoment von 500 Newtonmetern beschleunigen den Pickup auf maximal 175 km/h, zwischen null und 100 km/h vergehen sportliche 10,1 Sekunden. Die Kraft wird über eine Sechsgang-Automatik an die Räder übertragen. Die Wandlerüberbrückung lässt den Pickup sehr direkt auf die Gaspedalbefehle des Fahrers reagieren, was sich vor allem beim Spurt zwischendurch auf der Landstraße angenehm bemerkbar macht. Die Antriebstechnik arbeitet dezent im Hintergrund und verzichtet auf akustische Belästigungen. So kann die Audio-Anlage von JBL ungestört ihre Leistungsstärke unter Beweis stellen, und muss erst nach Tempo 140 lauter gestellt werden, wenn sich die Windgeräusche stärker bemerkbar machen.

Die Materialien im Innenraum sind rustikal, aber wertig verarbeitet, nur die Mini-Digitaluhr über dem Bildschirm erinnert irgendwie an längst vergangene Zeiten. Der Fahrer blickt auf übersichtlich angeordnete Instrumente, und der im Zentrum platzierte Bildschirm liefert die weiteren Einstellungen wie Navigation und Klima. Der Fahrkomfort war angesichts der Einsatzgebiete in rauer Umgebung nicht unbedingt die Stärke von Pick-ups. Der neue Hilux bekam daher eine neue Stoßdämpferabstimmung und eine optimierte Servolenkung, die deutlich mehr Rückmeldung bietet.

Designspielereien in schwarzem Chrom


Einen weiteren Schub beim Komfort bringt zudem die überarbeitete Hinterachse, sodass er auf befestigten Straßen einen angenehmen Fahrkomfort erreicht und im Gelände zum unermüdlichen Arbeitstier mutiert. Auf jeden Fall kommt auch der unerfahrene Geländepilot dank der verschiedenen Fahrprogramme mit dem Hilux über herausfordernde Hindernisse und darf sich nach der Tour „invincible“ fühlen.

Auch auf der Landstraße oder Autobahn muss sich der Hilux-Pilot nicht zurückhalten. Vor allem in der Einstellung Power zieht der 2,1-Tonner durchaus dynamisch an. Sogar kurvige und verwinkelte Straßen bringen den Invincible nicht aus der Ruhe. Der Verbrauch hält sich dabei im Rahmen und liegt mit 10,6 Litern kaum über dem Messwert.

Dass die Top-Variante des Hilux auf die SUV-Kundschaft zielt, zeigt sich auch in der Ausstattung. Perforierte Ledersitze, Designspielereien in schwarz-metallic und schwarzem Chrom und das serienmäßige Smart-Key-System bringen Luxus in die Pickup-Kabine. Abgerundet wird das Ganze noch durch eine blaue Ambientebeleuchtung. Keine Frage, der Invincible ist nicht für den Transport von Holzbrettern entwickelt worden. Oder doch? „Wir können uns vorstellen, dass Handwerker während der Woche den Hilux als Arbeitswagen einsetzen und am Wochenende ihn für ihre Freizeitaktivitäten nutzen“, erklärt Frederico Paravicini von Toyota Europa. Allerdings wechseln dann 49.497 Euro den Besitzer, wenn es die familienfreundliche Doppelkabine sein soll.

Fotos: Auto-Medienportal.Net/Toyota

 


Veröffentlicht am: 25.10.2020

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