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Die Ford-Alternative zu Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit

Peter Schwerdtmann, Auto-Medienportal.Net, meint den Ford Mustang Mach 1

Hattet Ihr es nicht ein bisschen kleiner? Musste es gleich der Kampfruf der französischen Revolutionäre von 1789 sein „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ sein, wenn Ihr Euch mit der diesjährigen Ford-Neuheiten-Roadshow „Performance meets Electric“ befasst.

Der Titel des Programms könnte doch auch nur eine freundliche Einladung des Vertriebs sein, sich über die Alternative zu informieren, die mit den Elektro-Modellen ins Produktportfolio gekommen ist. Sicher geht es um die Auswahl und nicht um die Entscheidung zwischen unvereinbaren Welten. Oder prallen hier in einem Unternehmen zwei Kulturen des Automobils schicksal- und beispielhaft aufeinander – die eine chancenlos, weil überlebt wie der Gottkönig, die andere getragen von der Begeisterung des ganzen Volks?

Für Ford scheint der Wettkampf der Systeme entschieden. Das Unternehmen erklärte jetzt auch im Umfeld der Roadshow wieder, bis 2030 werde es bei Ford in Europa nur noch batterieelektrische Personenwagen geben. Bei einem in etwa gleichbleibenden Marktanteil von 4,3 Prozent müsste der europäische Zweig des US-Autoriesen in acht Jahren eine Million batterieelektrisch angetriebene Personenwagen bauen und nicht ein einziges Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Das ist mal ein eindrucksvolles Statement, wenn man es ernst nimmt.

Anders als in Detroit halten sich die Kölner keinen Ausweg offen, höchstens bei den Nutzfahrzeugen. Nun hören wir in diesen Monaten viele Schwüre dieser Art. Doch die Fords in Europa meines es ernst und zeigen das mit ihrer Roadshow. Denn die beiden Flaggenträger der gegnerischen Truppen treten unter demselben Namen im großen Showroom an: der Mustang Mach 1 betritt die Arena als vielleicht letzter Vertreter seiner Klasse mit viel Hubraum, viel Power und einem deutlichen Fußabdruck sowohl beim Lärm – oft als Sound gefeiert – als auch beim Kohlendioxid. In der entgegengesetzten Ecke sein Vetter: der Mustang Mach-E, ein Crossover, veredelt vom Glanz seiner moralischen Überlegenheit, weil die Leistung aus der Batterie stammt. Er zitiert die Silhouette seines Vetters und möchte so offenbar die Brücke schlagen zum kraftprotzenden Rauhbein aus dem vorrevolutionären Zeitalter.

Für einen Grundpreis von 60.800 Euro rollen zur Zeit die ersten Mach 1 zu Kunden in Deutschland, ausschließlich als Fastback. Mit 460 PS liefert der Mach 1 nicht mehr Power als der Ford Bullit. Aber er ist mehr als jeder andere aus dem Hause Ford für den Einsatz auf der Rennstrecke abgestimmt. Der aerodynamische Abtrieb liegt um 22 Prozent höher als beim Serienmodell. Er verfügt über eine Launchcontrol, ein Sperrdifferenzial an der Hinterachse und Radaufhängungskomponenten aus dem Shelby 350 GT und GT 500 sowie das elektronisch geregelte „MagnaRide“-Fahrwerk und fünf Fahrprogramme mit den bezeichnenden Namen „Normal“, Sport+“, „Schnee/Nässe“, Rennstrecke“ und „Drag Strip Mode“. Eines der verfügbaren Getriebe ist die Ford-Zehn-Gang-Automatik.

Mit der Sechs-Gang-Handschaltung „Tremex TR-3160“ hingegegn lernt der Fahrer schon beim Einlegen des ersten Gangs, dass von nun an Präzision angesagt ist. Wer’s kann, schafft den Sprint von 0 auf 100 km/h in 4,4 Sekunden, braucht für die Viertelmeile 12,6 Sekunden, schafft die Spitze von 267 km/h und lässt keinen Zweifel daran, dass er das Laguna-Seca-Feeling gern auf die Touristenfahrten auf dem Nürburgring übertragen würde, natürlich im angemessenen sportlichen Lederambiente und im Zweifelsfall mit drei Passagieren.

Der Ford Mustang Mach Bindestrich E bietet vier Passagieren Platz, in jedem Fall mit mehr Raum als in den beiden hautengen Sitzschalen hinten im Mach 1. Reisekomfort steht beim Mach-E eher im Vordergrund als der Seitenhalt. Dabei wird es die GT-Version des Elektro-Mustang ab Ende 2021 bei der Beschleunigung mit 3,7 Sekunden für 0 auf 100 km/h sogar in Supersportwagen-Regionen schaffen. Sein Vorwärtsdrang endet allerdings schon bei 200 km/h, trotz seiner 358 kW (487 PS) Leistung. Der höheren Geschwindigkeit wegen verringert sich die Reichweite beim GT von 540 Kilometern auf 490 Kilometern bei der aktuellen Spitzenversion Mach-E Allrad Extended mit 258 kW (351 PS) ab 63.700 Euro. Der Mach-E Standard mit 198 kW (269 PS) schafft 6,9 Sekunden, erreicht 180 km/h und bewältigt 440 km.

Ford zeigt ehrlich wie kaum ein anderes Unternehmen die Alternative auf. Jetzt kann sich jeder entscheiden, ob und wann er mitmacht oder nicht. Das ist zwar noch keine Freiheit, aber immerhin die Möglichkeit, den Weg bewusst mitzugehen. Bis 2030 bietet gerade Ford eine große Zahl an Zwischenformen wie alle Hybridsysteme und Autos nur mit Verbrennungsmotoren. Doch am Ende steht heute schon die Entscheidung: hier die elektrische Zukunft, wie die Wohlmeinenden glauben, dort die Erinnerung an die politisch unkorrekte Begeisterung.

Mustangs – das waren die wilden, ungezähmten Pferde des wilden Westens, ein sehr amerikanisches Symbol der Freiheit. Der gleiche Name für beide Fahrzeug-Charaktere bringt allerding noch keine Gleichheit, selbst bei übereinstimmender Leistung nicht. Der Gleichklang der Namen dient Ford entweder dazu, den Abschied von den alten Zeiten zu erleichtern oder den Glanz der Vergangenheit in eine weniger von individueller Mobiliät geprägte Ära zu übertragen.

Wir alle leiden unter den Folgen des verschwenderischen Umgangs mit fossiler Energie in allen Bereichen, auch in der Mobiliät. Aber die Mobilität – besonders unsere persönliche Mobilität – geht uns eben auch persönlich an. Das Klima bedroht uns alle. Deswegen bedeutet der Begriff „Brüderlichkeit“ in diesem Zusammenhang, dass nun alle für alle handeln und verzichten. So gar nicht zum Ideal der französischen Revolution passt dabei allerdings der Zwang zur Konformität. Alles batterieelektrisch für Europa – ist das nicht zu kurz gesprungen?
    
Foto: Auto-Medienportal.Net/Ford  

 


Veröffentlicht am: 15.06.2021

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