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Er meint es nur gut mit Dir

Der Ora Funky Cat 400 Pro+ im Praxistest



Mit seinen Kulleraugen-Scheinwerfern weckt der Ora Funky Cat gleich Sympathie. Das erste Elektroauto von Great Wall Motors auf dem deutschen Markt gibt sich ein wenig wie eine Mischung aus Mini und neuem Smart. Das passt schon mal. Was nicht so ganz passen will, ist allerdings der Preis.

Allein schon durch seine putzige Modellbezeichnung macht der Ora von sich reden. Doch es gibt noch viel mehr zu entdecken. „Guck mal, da schwimmen Fische“, staunte der Beifahrer, als der Ora seine Systeme hochfuhr und sich zwei Kois über den zentralen Multimediabildschirm schlängelten. Dazu passt auch die Sprachsteuerung, die auf den Zuruf „Hey, Ora“ und die entsprechende Bitte beispielsweise die Fenster automatisch schließt oder den Kofferraum öffnet. Der Name für den Freund auf vier Rädern kann übrigens frei gewählt werde. In unserem Testwagen hieß der kleine Helfer „Maxi“.

Und das Marketing geht in den Pressemitteilungen gleich zum freundlichen „Du“ über, schließlich soll der Neuling ein Kumpel auf vier Rädern sein. „Cat“ steht für einen Freund und „Funky“  (= flippig, abgefahren, unkonventionell) für einen individuellen und fröhlichen Lebensstil – so wollen es die Werbestrategen verstanden wissen. Sie sehen in dem Auto einen „Car-Panion“ (Companion = engl. Begleiter). Dem Nachbarn wiederum stach sofort die Lackfarbe ins Auge. Das Aurora Green würde sicher auch seinem in Auftrag gegebenen Wohnmobil prima stehen, stellte er begeistert fest. Die Kombination mit dem weißen Dach spiegelt sich auch im farbenfrohen Interieur wieder. Die verchromten Wippschalter in der Mittelkonsole sind ebenfalls eine Augenweide, und auch die Materialqualität stimmt.

Soweit gibt es also schon einmal jede Menge Sympathiepunkte für den 4,24 Meter langen Kleinwagen. Allerdings meint es der Car-Panion oftmals übertrieben gut mit seinem Fahrer. Das Fahrerbeobachtungssystem mahnt selbst bei kleinen Blick zur Seite schnell mit Sätzen wie „Bitte Konzentration beim Fahren“ oder – fast schon beleidigend – „Bitte seien Sie nicht geistesabwesend“ (als wir zum Beispiel den rechten Rückspiegel während der Fahrt neu einstellen wollten). Das wachsame Auge (Face ID) befindet sich links an der A-Säule und wirkt dort tatsächlich beinahe schon ein wenig bedrohlich. Als wir während der Fahrt eine Flasche Wasser an den Mund setzten, meckerte der Ora allerdings erstaunlicherweise nicht.

Einstellbare Höchstgeschwindigkeit

Als weitere Besonderheit kann im Ora eine grundsätzlich bevorzugte Höchstgeschwindigkeit eingegeben werden, bei deren Überschreitung es dann plötzlich im Display heißt: „Geschwindigkeit zu hoch. Bitte sicher fahren.“ Und der Tempomat weigert sich dann auch über die individuelle Vorgabe hinauszugehen. Nicht alle Ansagen erfolgen allerdings in so korrektem Deutsch, aber damit kann man leben, wenn es zum Beispiel den Hinweis gibt „In etwa zehn Kilometern gibt es Straßenarbeiten.“ oder „Bitte nehmen Sie die linke von drei Fahrspuren“.

Im Fahrmodus Eco plus fährt der Ora bei 85 km/h gegen eine Wand an. Und als wir einmal „geistesabwesend“ oberhalb von 85 km/h in den Eco-Modus wechseln wollten, wurden wir wieder zur Konzentration ermahnt. In den übrigen vier Fahrstufen (inklusive Auto-Modus) hat der 126 kW starke Motor aber keine Mühe mit der nicht einmal 1,6 Tonnen schweren Katze und überfordert mit seiner Power und dem Drehmoment sogar hin und wieder kurz die Pirelli-bestückten Vorderräder. Die Lenkung spricht erfreulich früh an. Der Funky Cat federt komfortabel, rollt aber etwas ruppig ab. Das Platzangebot im Fond geht für diese Fahrzeugklasse in Ordnung, das Kofferraumvolumen bleibt aber recht bescheiden und nach dem Umklappen der Rücksitzlehnen bleibt eine Stufe. Dafür lässt sich das Gepäckabteil aber auch von innen elektrisch entriegeln und öffnen.

Bei zu 80 Prozent geladenem Akku wurden uns 295 Kilometer Aktionsradius versprochen, bei 90 Prozent 340 Kilometer und bei niedrigem Akkustand von 22 Prozent blieben laut Bordcomputer noch 80 Kilometer über. Aber auch der Ora, wie schon einige Elektroautos vor ihm, musste sich an der Ladesäule mit Leistungen zufriedengeben, die unterhalb des Machbaren lagen. Zwar ging es mit den beim Funky Cat maximal möglichen 67 kW los, aber schon nach zwölf Minuten waren es nur noch 56 kW. Das ergab in einer Viertelstunde dann 15,5 kWh und damit keine 100 Kilometer zusätzliche Reichweite. Bei einem Ladezustand von 47 Prozent gab es dann lediglich 47 kW aus der Säule, bei zu 70 Prozent gefülltem Akku sank die Ladeleistung auf 39 Kilowatt. In 36 Minuten kamen so 32,4 kWh Energie zusammen. 45 Minuten brauchten wir schließlich um 53 Prozent der Batterie nachzuladen. Der Durchschnittsverbrauch betrug in unserem Fall 17,8 Kilowattstunden. Das sind immerhin nur ein Kilowatt mehr als der Normwert –  allerdings bei meist ausgeschalteter Klimaanlage und maximal 130 km/h .

Ein Ausrufezeichen als Markenzeichen

Um bei der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine sicher zu gehen, gibt das Infotainment die gesprochenen Befehle auch kurz schriftlich wieder. So verstand Maxi zwar die Hausnummer 44 – „vier und vierzig“ wie zu lesen war– , das Navigationssystem beließ es aber dennoch bei 40. An sich arbeitet die Routenführung aber gut und bewies vor allem bei der Stauumfahrung Talent. Hin und wieder wurden wir vom Ora auch vor Kurven („Kurven vor Ihnen. Bitte fahren Sie vorsichtig.“) oder Unfallschwerpunkten gewarnt. Hinweise wie „Bitte beachten Sie die aktuellen Verkehrsregeln“ oder „Das Tempolimit beträgt 100 Stundenkilometer. Sie überschreiten das Tempolimit“ kann man allerdings so oder so deuten: als guten Rat – oder als Bevormundung. Da mag man Maxi gerne öfter zurufen, sie möge doch bitte einfach mal still sein. Andererseits sind Ansagen wie „In etwa zehn Kilometern gibt es einen Stau“ oder „Schulbereich vor Ihnen. Bitte fahren Sie vorsichtig“ durchaus willkommen. Vielleicht steht das Markenzeichen des Ora – ein Ausrufezeichen an der Front – für die Aufmerksamkeit, die der Ora seinem Fahrer schenkt.

Bei einem Preis des von uns gefahrenen 400 Pro+ in Höhe von 47.490 Euro muss sich die fröhliche Katze aber einen Vergleich etwa mit dem Aiways U6 gefallen lassen. Der ist zwar bei Weitem nicht so gesprächig, rangiert aber zwei Fahrzeugklassen höher, kostet kaum mehr und verbraucht weniger. Nur blickt er bei Weitem nicht so sympathisch in die Welt. Und wer sich mit 48 kWh im Akku zufrieden gibt, kann den Ora als Modell 300 auch schon für knapp 39.000 Euro haben. Da sind dann beispielsweise schon die (veganen) Ledersitze, Navigation und Spracherkennung sowie der adaptive Tempomat mit an Bord. Preislich rückt sich das also dann etwas gerade. Man darf gespannt sein, wo sich da der neue E-Mini positionieren wird, der auf der gleichen Plattform aufbaut. (cen/jri)

Foto: Autoren-Union Mobilität

 


Veröffentlicht am: 02.10.2023

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