
Das finale Programm der diesjährigen Usedomer Literaturtage steht fest.
In diesem Jahr geht das Festival vom 15.–18. April in Lesungen und Gesprächen dem Thema „Grenz- Überschreitungen“ nach.
Die Autoren Durs Grünbein, Andreas Englisch, Steffen Kopetzky und die Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk sind geladen, zeitliche, räumliche und sprachliche Grenzen zu überschreiten. Den Usedomer Literaturpreis erhält in diesem Jahr Clemens J. Setz, den erstmalig verliehenen Usedomer Übersetzerpreis teilen sich Lisa Palmes und Lothar Quinkenstein.
Zu einer Sonderlesung wird Angela Merkel am 10. September (bitte beachten Sie die Terminänderung, die Tickets behalten ihre Gültigkeit) aus ihrem Buch „Freiheit“ — Erinnerungen 1954–2021 in Peenemünde lesen. Es ist die einzige Lesung von Angela Merkel, die 2026 in Mecklenburg- Vorpommern stattfindet. Tickets für alle Lesungen sind über Reservix erhältlich.
Eröffnet werden die Usedomer Literaturtage am 15. April um 19.30 im Kaiserbädersaal in Seebad Heringsdorf. Von dort wird der Autor Steffen Kopetzky mit seinem Spionagethriller „Atom“ sein Lesepublikum nur wenige Kilometer weiter nach Peenemünde zum Schauplatz der V1- und V2- Waffenproduktion führen. Dort entfaltet er eine packende Geschichte über das Ringen um die erste Atombombe im Schatten des Kalten Krieges, verbunden mit Hans Kammler und Wernher von Braun. Das an die Lesung angeschlossene Gespräch mit Manfred Osten wird die Frage aufwerfen, was Wahrheit und Moral im Zeitalter fortschreitender Wissenschaft bedeuten.
Tags darauf gewährt Andreas Englisch um 19.30 im Baltic Hotel in Seebad Zinnowitz mit dem Kulturhistoriker Manfred Osten einen Blickhinter die Kulissen des Vatikans. Das eingespielte Duo setzt damit die Reihe der Papstgespräche bei den Usedomer Literaturtagen fort. Mit Präzision und Erzählfreude zeichnet Andreas Englisch in seinem Buch „Leo XIV. – Der leise Mönch an der Spitze der Macht“ den Aufstieg des ersten US-amerikanischen Papst nach. Englisch öffnet als ehemaliger Insider die Türen verschlossener Konklave-Zimmer und spricht mit Weggefährten. Wem dieser Abend mit Geschichten aus dem Vatikan nicht ausreicht, der kann Andreas Englisch in seinem wöchentlichen Podcast „Vatikangeflüster“ mit der Journalistin Heike Kleen weiter zuhören.
Die Usedomer Literaturtage freuen sich mit Durs Grünbein einen der bedeutendsten Schriftsteller der Gegenwart gewonnen zu haben. In seinem Roman „Der Komet“ blickt er auf das Schicksal seiner Großmutter, einer einfachen Frau aus Schlesien, die ihrer Liebe nach Dresden folgt und über der nach einer Zeit des kleinen Glücks am 13. Februar 1945 Tod und Zerstörung hereinbricht. Die Vorahnung der Katastrophe durchzieht den Roman wie eine seidene Schnur. Im Gespräch mit Manfred Osten wird es darum gehen, wie Geschichte den Geschichtslosen ereilt, angesichts der Kriege in der Urkaine und im Nahen Osten ein brandaktuelles Thema. Die ursprünglich geplante Lesung mit Thomas Kapielski muss entfallen.
Zum Abschluss der Usedomer Literaturtage werden in diesem Jahr gleich zwei Preise vergeben, der Usedomer Literaturpreis in Ahlbeck und der Usedomer Übersetzerpreis in Swinemünde.
Clemens J. Setz erhält am 18. April um 11 Uhr im Ahlbecker Hof den Usedomer Literaturpreis 2026. Die Jury um die Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk würdigt „seine meisterhafte Prosa, die Elemente der Groteske, des Unheimlichen, der Science Fiction miteinander verbindet ohne dabei auf den Humor zu verzichten“. Einen Einblick in seine radikal andere und damit grenzüberschreitende Erzählweise wird er mit einer Lesung aus seinem Buch „Der Trost der runden Dinge“ geben. Der Usedomer Literaturpreis ist mit 5000 Euro dotiert und mit einem einmonatigen Arbeitsaufenthalt auf Usedom in Ahlbeck (Seetelhotel Ahlbecker Hof) verbunden.
In diesem Jahr lesen die Usedomer Literaturtage auch auf dem polnischen Teil der Insel. Im Interferie Hotel Medical SPA in Swinemünde wird ebenfalls am 18. April um 17 Uhr der mit 3000 Euro dotierte Usedomer Übersetzerpreis erstmalig verliehen. Er geht an Lisa Palmes und Lothar Quinkenstein für die Neuübersetzung von Bolesław Prus „Die Puppe“. „Die meisterliche Übertragung dieses monumentalen Werks der polnischen Sprache setzt neue Maßstäbe in der Übersetzungskunst und erinnert uns an die nie nachlassende Kraft der literarischen Klassik, die in dieser erstklassigen Neuübersetzung neue ungeahnte Facetten zeigt“, so die Jurybegründung.
Zur Preisverleihung wird die Literaturnobelpreisträgerin und Juryvorsitzende Olga Torkaczuk aus ihrem Essay über Bolesław Prus Roman lesen. Gestiftet wurde der Usedomer Übersetzerpreis vom Hotel Ewert/Swinemünde gemeinsam mit den Usedomer Literaturtagen Angela Merkel liest auf Usedom! Im Rahmen der Usedomer Literaturtage kommt Angela Merkel am Donnerstag, 10. September um 19 Uhr zu einer Sonderlesung ins Kraftwerk Peenemünde.
„Wir haben uns seit Jahren bemüht, Angela Merkel erneut nach Usedom einzuladen. 2018 war sie anlässlich des 25. Usedomer Musikfestivals auf der Insel zu Gast. Umso mehr freuen wir uns, dass es nun geklappt hat!“, so Thomas Hummel, Intendant der Usedomer Literaturtage und des Usedomer Musikfestivals.
Die Altbundeskanzlerin wird aus ihrem Erinnerungsband „Freiheit“ — Erinnerungen 1954–2021 lesen und dabei persönliche Einblicke in ihr Leben und ihre politische Laufbahn geben – von der Kindheit in der DDR bis zu 16 Jahren an der Spitze der Bundesregierung.
Die Usedomer Literaturtage rechnen mit großem Zuspruch und bitten um rechtzeitiges Erscheinen, Einlass ist ab 18 Uhr.
Tickets für alle Veranstaltungen gibt es online.
Foto: Urban Zintel
Usedomer Literaturtage, 15. – 18. April / 10. September 2026
Sonderlesung mit Angela Merkel
Veröffentlicht am: 17.03.2026
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