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Wenn Geschichten die Stadt erobern

Leipzig liest bringt Literatur an ungewöhnliche Orte



Europas größtes Lesefestival lädt unter dem Motto der Leipziger Buchmesse 2026 „Wo Geschichten uns verbinden“ zu vielen schönen Veranstaltungen ein.

Stimmen aus aller Welt und literarische Genres aller Arten: Das umfangreiche Programm der Leipziger Buchmesse setzt sich zusammen aus zahlreichen Lesungen, Podiumsdiskussionen und Buchpräsentationen des Lesefestivals Leipzig liest sowie dem Angebot auf der Messe. Insgesamt warten rund 2.000 Veranstaltungen an mehr als 300 Leseorten in der Stadt und auf dem Messegelände auf die Besucher:innen. Dieses Jahr richtet Leipzig einen besonders intensiven Blick auf Geschichten entlang der Donau. Das kuratierte Programm findet auf einer eigenen Bühne in Halle 4 statt.

Neben Sonne, Vogelschwärmen und ersten bunten Blüten bringt der Frühling auch 2026 wieder zahlreiche Autor:innen, Übersetzer:innen und Verleger:innen nach Leipzig. Tausende Mitwirkende sorgen dafür, dass die anreisenden Lesebegeisterten ein wahres Fest der Literatur erleben und in die Neuerscheinungen des Frühjahres eintauchen können.

„Unter Strom und zwischen Welten“ – das Fokusthema Donauliteratur

Die Donau ist nicht nur Europas zweitgrößter Fluss, sondern auch ein schier unerschöpflicher Quell mitreißender Geschichten. Diese handeln oft von der Zerbrechlichkeit der Demokratie, grausamer Ungerechtigkeit und menschlichen Abgründen – oft erzählen sie aber auch von der Kraft der Liebe, vom Familienzusammenhalt unter widrigsten Umständen und dem unerschütterlichen Widerstand resilienter Individuen in Zeiten politscher und sozialer Umbrüche. Auf der Donau-Bühne in Halle 4 werden im Rahmen des neuen Fokusthemas unter anderem folgende Autor:innen davon berichten:

Michal Hvorecký: „Dissident“, Tropen, 14.03.26
Dimitré Dinev: „Zeit der Mutigen“, Kein & Aber, 2025
András Visky: „Die Aussiedlung“, Suhrkamp, 2025, übersetzt von Timea Tankó
Nadine Schneider: „Das gute Leben“, S. Fischer, 25.02.2026
Sabine Zaplin: „Die Wasserwandler“, STROUX edition, 30. Januar 2026

Frauen, die ihr Leben neu vermessen: die Debütromane

Sie stellen sich familiären Spannungen, sozialem Druck oder körperlichen Grenzen und wagen den Schritt aus festgefahrenen Mustern. Zwischen Stadt und Provinz, Nähe und Aufbruch, Liebe und Selbstbehauptung erzählen die Protagonist:innen dieser Debüts von der Kraft, ein eigenes, wahrhaftiges Leben zu finden.

Anna Katharina Scheidemantel: „Statt aus dem Fenster zu schauen“, pola, 30.03.2026
Svenja Liesau: „Es war nicht anders möglich“, Rowohlt, 13.03.2026
Clara Umbach: „Pizza Orlando“, Ecco, 27.01.2026
Ann-Christin Kumm: „Ultramarin“, Hanser Berlin, 17.03.2026
Marion Kraft: „Weltenwechsel“, Orlanda Verlag, 28.01.2026

Ein Weckruf für Europa: die Sachbücher des Frühjahrs zur Außenpolitik

„Was wollen wir? Was können wir?“ fragt Roderich Kiesewetter, Sicherheitsexperte im Bundestag, in seinem neuen Buch zu Deutschlands Rolle in der globalen Machtverschiebung. „Was müssen wir, um Frieden und Freiheit zu sichern?“ lautet eine weitere wichtige Frage, angesichts der aktuellen weltpolitischen Entwicklungen, die vor allem von autokratischen Mächten wie Russland und China und einer zunehmend illiberal agierenden USA geprägt werden.

Folgende Autor:innen nehmen sich mit ihren Neuerscheinungen diesen Fragen an:
Ulrike Herrmann: „Geld als Waffe“, KiWi, 12.03.2026
Jana Puglierin: „Wer verteidigt Europa“, Rowohlt, 27.01.2026
Jörg Lau: „Der Westen sind jetzt wir“, Droemer Knaur, 02.03.2026
Klaus Brinkbäumer: „Der amerikanische Albtraum“, S. Fischer, 25.03.2026
Roderich Kiesewetter: „Was wollen wir? Was können wir?“, Econ, 26.02.2026

Intime Lebenskrisen: die Neuerscheinungen bekannter deutschsprachiger Autor:innen

Schonungslose Selbstreflexion ist ein großes Thema der Frühjahrsromane. Oft aus weiblicher Perspektive, oft humorvoll untersuchen sie Generationen und Geschlechterrollen, toxische Liebesbeziehungen, das Altwerden oder den Umgang mit dem Tod. Sie verbinden Intimes mit gesellschaftlichem Wandel und suchen doch fast immer sich selbst im Chaos ihrer Gegen-wart wie im Zwischenmenschlichen.

Ildiko von Kürthy: „Alt genug“, Ullstein, 26.02.2026
Robert Menasse: „Die Lebensentscheidung“, Suhrkamp, 18.02.2026
Lukas Rietzschel: „Sanditz“, dtv, 12.03.206
Bodo Kirchhoff: „Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt“, dtv, 15.01.2026
Dana von Suffrin: „Toxibaby“, KiWi, 12.03.2026
Sophie Passmann: „Wie kann sie nur?“, KiWi, 12.03.2026

Die Leipziger Buchmesse findet vom 19. bis 22. März 2026 statt. Tickets sind im Online-Ticketshop erhältlich. 

Weitere Informationen und den Link zum Fokusthema-Podcast „Donau-Flaschenpost“ finden Sie auf der Website der Leipziger Buchmesse

 


Veröffentlicht am: 27.01.2026

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