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02.12.2020

 

 

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Weinlese 2020 auf Ornellaia

Bericht von Gutsdirektor Axel Heinz über ein andersartiges Jahr

2020 wird aus vielen Gründen in die Geschichte eingehen. Vor allem natürlich aufgrund der durch Covid-19 verursachten Ausnahmesituation, die die ganze Welt für mehrere Wochen in Wartestellung versetzt hat.

Aber auch aus Sicht des Weins wird es viel Erinnernswertes geben: ein dynamisches Jahr voller Klimaumschwünge, die bis zu den letzten Lesetagen für eine unglaubliche Spannung gesorgt haben. Ohne Zweifel wird 2020 in einigen Jahren auch als ein weiterer Jahrgang großartiger Weine aus Bolgheri in Erinnerung bleiben. Mit seinen Worten schildert Gutsdirektor Axel Heinz das so:

ZU ANFANG RUHE, DANN DER “CORONA-STURM”

Bis auf die Wiederholung eines milden und regnerischen Klimas mit Temperaturen, die selten nahe null Grad Celsius lagen, deutete im Winter nichts auf einen Jahrgang hin, der sich so sehr vom Üblichen unterscheiden sollte. Anfang März gelang es jedoch gerade noch rechtzeitig, die Winterarbeiten im Weinberg zu beenden und den Le Volte dell'Ornellaia abzufüllen, bevor der landesweite Lockdown verhängt wurde. Glücklicherweise nahmen sich die Knospen die nötige Zeit und blühten in der letzten Woche des Monats auf, so dass das Ornellaia-Team Zeit hatte, sich darauf vorzubereiten und zu organisieren, um sicher arbeiten zu können.

EIN WUNDERBARER FRÜHLING, EIN MOMENT DER FREUDE

Im April schien Mutter Natur die Schwierigkeiten des Lockdowns kompensieren zu wollen, indem sie den Weinbergen bis Ende Mai ein Bilderbuch-Klima mit warmen und meist trockenen Tagen bescherte. Das Wachstum der Reben war regulär und ermöglichte einen Laubschnitt ohne allzu große Eile. Blüte und Fruchtansatz verliefen in der letzten Maiwoche unter idealen Bedingungen. Der Juni war allerdings ziemlich regnerisch, und die Entwicklung der Reben beschleunigte sich. Die Trauben wuchsen in dieser Zeit beträchtlich und im Weinberg war ein erheblicher Arbeitsaufwand erforderlich, um das Laub unter Kontrolle zu halten.

JULI UND AUGUST: DER MYTHOS DES BOLGHERI-SOMMERS IST EINE REALITÄT

Der Juli war heiß und trocken, eine Grundbedingung für das Einsetzen der Véraison, die sich gegen Ende des Monats pünktlich und langsam entwickelte. Im August sind die Temperaturen weiter über 30°C angestiegen und das für die volle Dauer von insgesamt 47 Tagen und sogar  häufigen Spitzenwerten von 36° / 37°C, was diesen Sommer mit dem von 2015 vergleichbar machte.

Wie zu erwarten war, zeigten die ersten Sauvignon Blanc-Proben Anfang August bereits eine hohe Zuckerkonzentration, die auf eine frühe Ernte hindeutete. Glücklicherweise fielen die hohen Tagestemperaturen nachts unter 20°C, so dass die Trauben ihr aromatisches Potenzial entfalten und einen guten Säuregehalt beibehalten konnten.

In der Zwischenzeit schritt die Reifung der roten Rebsorten langsam voran und schuf ein interessantes phenolisches Potenzial. In den letzten Augusttagen kam der Regen rechtzeitig, um übermäßigen Trockenstress abzubauen und die Temperaturen zu senken. Während der Merlot-Ernte fielen die Temperaturen nachts auf 14 bis 15°C, die perfekte Voraussetzung, um diese Trauben auf dem Höhepunkt ihres Duftes und ihrer Energie zu ernten.

WEINLESE: NUR DER REGEN KANN UNS AUFHALTEN

Die ersten Trauben des Sauvignon Blanc wurden am 13. August geerntet und am 25. des Monats waren alle im Keller. Viognier wurde fast gleichzeitig zwischen dem 14. und 28. des Monats gelesen mit einem moderaten Zuckergehalt und ausgezeichneten Säurewerten. Bei den roten Sorten starteten wir am 3. September mit den jüngsten Merlot-Reben.

Mitte September eine plötzliche Veränderung: ein Wetterumschwung mit einer Hitzewelle kurz vor dem Abschluss der Ernte von Merlot und Vermentino. Der Zuckergehalt stieg und die Beeren begannen sich zu konzentrieren, was die Reifung beschleunigte. In vielen Weinbergen war es notwendig, in zwei Durchgängen zu ernten, um die gesunden Früchte von denjenigen mit Sonnenbrand zu trennen. Der Cabernet wurde unmittelbar nach dem Merlot gelesen, was auf Ornellaia selten vorkommt, ebenso wie die gleichzeitige Ernte von Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und Petit Verdot.

Eine zweite, diesmal länger anhaltende Regenwelle gönnte dem Leseteam eine Ruhepause. In den letzten Septembertagen wurde die Ernte wieder aufgenommen und endete eher früher als üblich am 3. Oktober. Eine Woche später waren dann am 9. Oktober mit der „Spätlese“ der edlen Trauben des Petit Manseng für den Dessertwein des Weinguts die Erntearbeiten abgeschlossen.

ERSTE EINDRÜCKE VON DEN WEINEN: ENDE GUT, ALLES GUT


"Ich kann definitiv sagen, dass 2020 ein erfolgreiches Jahr für alle Ornellaia-Weine sein wird", schließt Axel Heinz seinen Erntebericht.

Angesichts des besonders heißen Sommers wurden die weißen Trauben früher geerntet, um Aromen und Frische zu bewahren. Der Sauvignon Blanc war sehr ausgewogen, mit mäßigem Alkohol, frischer und saftiger Säure und großartigen Ausdrucksformen reifer tropischer Früchte. Vermentino und Viognier sind reich und blumig und gleichzeitig mit schöner Spritzigkeit, während der Petit Manseng ein selten vorher gezeigtes Konzentrationsniveau erreicht hat.

Die Roten sind sehr vielversprechend, mit einem reichen und strukturierten Stil. Der Merlot hat eine samtige Textur und die große Intensität vollreifer roter Früchte, jedoch ohne jede Schwere. In einigen Fällen gärt der Cabernet Sauvignon noch, aber die ersten Verkostungen zeigen Weine mit königlichem Gehabe, dunklen Farben und klassischen Noten von schwarzen Johannisbeeren und pflanzlichen Anklängen mit soliden und dicht gewobenen Tanninen.

Es ist kein Geheimnis mehr, dass Bolgheri einer der besten Plätze für den Anbau von Cabernet Franc ist. Das mit dem Jahrgang 2020 erreichte Niveau kann allerdings nur eines - beeindrucken. Reichhaltig, dicht und mit raffinierten Tanninen explodiert es buchstäblich zu Noten von schwarzen Johannisbeeren, Veilchen und feinen pflanzlichen Aromen.

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Veröffentlicht am: 28.10.2020

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