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Craft Beer aus der Region

Fünf Berner Brauereien im Porträt

Sie brauen, sie schwitzen, sie waschen haufenweise ab – und so manch eine(r) hat auch schon Lehrgeld bezahlt. Die Rede ist von den Berner Brauerinnen und Brauer, die mit ihrem Enthusiasmus und viel «Chrampfe» leckeres lokales Bier produzieren.

Wir haben mit fünf davon geplaudert und festgestellt: an lustigen Anekdoten mangelt es nicht.

Bern ist der Kanton mit der höchsten Dichte an (Mikro-)Brauereien. Doch wer beschert uns diese Biervielfalt? Wir haben ganz «Corona-konform» mit einigen Köpfen hinter diesen Brauereien «ge-Video-konferenzt». Wermutstropfen: Es gab nicht nur keine Degustation für uns, auch die Bilder sind nicht ganz so gestochen scharf, wie wir das eigentlich mögen. Aber besondere Zeiten fordern halt besondere Mittel.

Bäuper Craftbeer, Belp



Prost! Skype-Interview mit den Köpfen hinter Bäuper Craftbeer: links Päscu «Baron», rechts Alain «Ällen»


Was hat euch im Vorfeld (dummerweise) keiner gesagt?
Wie gross der Aufwand sein wird. Das Brauen allein ist nur das Eine, hinzu kommt abfüllen, putzen, etikettieren und so weiter. Weil wir alles von Hand machen gibt das ganz schön Arbeit.

Was ist das blödeste Missgeschick, das euch (als Brauer) je passiert ist?
Ganz am Anfang haben wir bei Päscu in der Küche gebraut und die Flaschen dann bei mir (Ällen) stehen lassen. Eines schönen Tages kam ich nach Hause und traf ein Meer aus Bier und Scherben auf dem Parkettboden an. Die Flaschen waren explodiert. Wir hatten uns an einem Rezept aus dem Internet orientiert und dabei etwas übersehen: Die Menge an Zucker war zu hoch – das Bier in der Folge viel zu süss und zu stark karbonisiert, was dann beim Nachgären zum Desaster führte.

Seid ihr euch immer einig darüber, wann ein Bier die Schlussnote erreicht hat?
Wenn, dann diskutieren wir höchstens über Nuancen. Beispielsweise bei der Kohlensäure, ob es noch etwas mehr vertragen darf. Meistens machen wir Kompromisse. Das ist sicher etwas vom Positiven daran, dass wir nur zu zweit sind. Wir sind uns schnell einig. «Isch no gäbig!»

Wie übersteht ihr die gegenwärtige Situation?
Flüssig: Mit gutem Bier geht’s relativ «gäbig».



Heimiswilerhärz, Heimiswil



Der Brauer mit der wohl schlechtesten Internetverbindung seit es Bier gibt: Chrigu Nussbaumer vor seinem Zuhause in Heimiswil

Was ist das blödeste Missgeschick, das dir (als Brauer) je passiert ist?
Ich habe Anfangs mal ein falsches Ventil geöffnet und nach dem Brauen die ganze Würze anstatt in den Gärtank in den Abfluss geleitet.

Gabs den Moment, in dem du den Kopf in den Sand stecken wolltest?
Es kommt schon vor, dass man gute und schlechte Tage hat. Ganz am Anfang war die Doppelbelastung mit einem Vollzeitjob zu viel. Meine Frau Amanda und ich mussten uns entscheiden, wie viel wir zu investieren bereit sind – finanziell wie auch personell. Jetzt bin ich zu 100 Prozent Brauer und nach wie vor ist es für mich jedes Mal ein kleines Wunder, wenn sich die gebraute Würze durch das Zutun von Hefe in ein gutes Bier verwandelt.

Wer müsste euer Bier zum besten der Welt erküren, um dich so richtig glücklich zu machen?
Burri Hanspeter, das Alter Ego von Mike Müller – der ja seinerseits vor zwei Jahren Bierbotschafter des Schweizer Brauerei-Verbands war.

Wie übersteht ihr die gegenwärtige Situation?
Wir haben es zum Glück ja schön, hier in unserem Zuhause in Heimiswil. Um die Auswirkungen der Pandemie auf die Brauerei etwas einzudämmen, haben wir spontan einen wöchentlichen Lieferservice lanciert.



Hügu Brauerei, Sumiswald



Reto «Äschbä» (links) und Marc «Chiuch» (rechts) plaudern im Skype-Interview aus dem Braukübel


Was hat euch im Vorfeld (dummerweise) keiner gesagt?
Dass man so viel abwaschen muss. Es ist schon wahnsinnig, wieviel Equipment es gibt – auch weil alles x-mal hin und her geleert wird. Zum Glück sind wir zu viert. So lässt es sich bewältigen, auch wenn ausnahmsweise mal nicht alle anwesend sind.

Welchen Namen oder welches Konzept habt ihr gottseidank verworfen?
Das «Hügu-Bügu» – wegen des Aufwands (vor allem in Sachen Flaschenreinigung). Vom Namen sind wir zwar nach wie vor überzeugt, aber um ein Bügelbier zu lancieren brauchen wir eine gewisse Grösse und auch die finanziellen Mittel. Gut Ding will Weile haben.

Konntet ihr vor lauter Bier mal den Bottich nicht mehr sehen?
Die Frage kann man ja auf zwei Arten auslegen, wobei uns beides schon passiert ist. Beim ersten Mal brauen haben wir uns etwas in der Zeit verschätzt und bis tief in die Nacht «gwärchet». Und natürlich haben wir dabei in unserer hellen Vorfreude Bier getrunken, wodurch wir dann bald mal ein wenig «käppelet» waren. Das war keine so gute Kombination. Mittlerweile fangen wir schon am Morgen mit dem Brauen an und halten uns mit dem eigenen Bierkonsum etwas zurück. Und als das «Let it Beer» in Burgdorf wegen der Corona-Krise verschoben werden musste, hatten wir die Bude wortwörtlich mit Bier vollgestellt. Es wäre unsere erste Teilnahme an einem Bier-Festival gewesen, und wir haben im Vorfeld zünftig dafür gebraut. Zum Glück konnten wir von dem Vorrat bereits über 800 Flaschen für den Privatkonsum verkaufen.



Kultbier, Sumiswald



Georg «Schorsch», einer von zwei Brauern hinter «Kultbier», mit einem kultigen Pale Ale


Was hat dir im Vorfeld (dummerweise) keiner gesagt?
Dass etwa 50 Prozent des Brauens aus Putzen besteht.

Was ist das blödeste Missgeschick, das dir (als Brauer) je passiert ist?
Eines, aus dem ich gelernt habe: In der Startphase habe ich viel mit Rezepten experimentiert und dabei auch ein Brauprotokoll geführt. Nachdem eines dieser Experimente in meinen Augen gar nicht gelungen war, habe ich das Protokoll kurzerhand überschrieben. Im Nachhinein wollten alle genau dieses Bier, doch das Rezept war weg! Ich konnte es halbwegs rekonstruieren, aber gleich ist das Bier nie mehr geworden. Zum Glück spornen mich solche Missgeschicke eher an, als dass sie mich demotivieren.

Wer müsste euer Bier zum besten der Welt erküren, um dich so richtig glücklich zu machen?

Steph und ich brauen in erster Linie für uns selbst. Weil wir den Plausch daran haben. Wenn wir ein Bier haben, das für uns das beste der Welt ist, und es zusätzlich noch jemand anderem schmeckt, dann haben wir doppelt gewonnen.



Mein Emmental, Zollbrück

Die Frau der ersten Stunde von «Mein Emmental»: Eveline im Video-Interview

Was ist das dümmste Missgeschick, das dir (als Brauerin) je passiert ist?
Uns ist bei der Brauanlage vor etwa acht Jahren der Thermostat ausgefallen. Der dient ja unter anderem dazu, sicherzustellen, dass die in Bierbrauer-Kreisen heilige Temperaturschwelle von 78 Grad nicht überschritten wird. Wir hatten uns darauf verlassen und haben uns bei laufender Anlage einen Kaffee genehmigt. Als wir zurückkamen, war das zukünftige Bier beinahe am Brodeln. Obwohl es daraufhin natürlich keinen guten Gärverlauf hatte, haben wir es trotzdem in Flaschen abgefüllt – und dann irgendwie vergessen. Als wir es ein Jahr später wiederentdeckt haben, hat es fantastisch geschmeckt. Der sogenannte «Bierfehler» hat sich wohl verflüchtigt, weil wir es so lange stehen liessen. Das dennoch etwas sonderbare Bier hat eine Kollegin damals in leckere Glace verwandelt.

Gab’s den Moment, in dem du den Kopf in den Sand stecken wolltest?

Das ist ab und zu vorgekommen. Am Anfang haben wir jeden Monat draufgelegt. Da haben sich mein Mann und ich schon die Frage stellen müssen, ob wir uns ein so teures Hobby wirklich leisten wollen. Du gibst viel, verdienst aber wenig – und musst auf vieles verzichten. Daraufhin haben wir Partner gesucht und eine AG gegründet. Ich bin froh, haben wir jetzt eine Brauerin, die von Anfang an wusste, was für ein Knochenjob auf sie zukommt. So bleibt uns mehr Zeit für die «fägigen» Sachen, etwa die Vorbereitung und Durchführung von Events.

Wer müsste euer Bier zum besten der Welt erküren, um dich so richtig glücklich zu machen?
Das grösste Kompliment käme für mich wohl von meinen Töchtern. Sie mögen (bisher) alle drei kein Bier. Daran sind wir wohl oder übel mit schuld. Denn am Anfang haben wir noch zu Hause gebraut, das hat ihnen wortwörtlich «gestunken».

Wie überstehst du die gegenwärtige Situation?

Der Bier-Verkauf läuft zum Glück auch weiterhin gut. Die sozialen Kontakte, die sich normalerweise durch die Degustationen und Events ergeben, fehlen uns aber sehr. Im Betrieb drehen wir deshalb öfters mal die Musik etwas auf, haben es lustig. Und tanzen gemeinsam – natürlich auf Distanz – durch die Brauerei.

Bern Welcome
Amthausgasse 4 • Bern
BE 3011 • Switzerland
T +41 (0)31 328 12 12
info@bern.com
Bern.com

Fotos: Pixabay, Bern Welcome

 


Veröffentlicht am: 04.05.2020

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